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Zucker, Zimt und Liebe

Der deutsche Backblog mit einfachen Rezepten für Kuchen, Pies, Tartes, Cookies, Desserts und kulinarische Reisen

Aktuelle Seite: Start / Dessert / Birnen Brown Betty mit gebrannten Mandeln – die kleene Cousine von Crumble, Crisp und Cobbler

Kategorie: Dessert, Fruchtiges, Frühstücken, Herbst, Snack, Sonntagssüß, Soulfood, Weihnachten 27. Oktober 2013

Birnen Brown Betty mit gebrannten Mandeln – die kleene Cousine von Crumble, Crisp und Cobbler

Whatsapp Nachricht an den Gatten: “Bringst Du mir nach der Arbeit BITTE (man denke sich hier wildklimpernde Rehkulleräuglein als Bittverstärker) eine (große!) Tüte gebrannte Mandeln vom Freimarkt mit?”.
Erstaunlich prompt tanzt das Handy in meiner Handtasche mit einer Antwort, die mich etwas beschämt zurücklässt.
“Aber ich habe schon gestern Abend eine (große!) Tüte gebrannte Mandeln mitgebracht. Liegen in der zweiten Schublade rechts oben“.
Öhm. Erwischt. LAGEN. Sie lagen da, cherie. Und fielen mir vor dem Fernsehsofa zum Opfer. Das Aktenzeichen gilt als gelöst und ich lande ganz sicher irgendwann im Naschknast (kommt Ihr mich besuchen? Und bringt dann Schokolade mit?).Rezept für Brown Betty mit Birnen und Blaubeeren, gebrannte Mandeln Zuckerzimtundliebe Foodblog HerbstBei jeder zwischen die Zähne beförderten Knurspermandel fasste ich den Entschluss: Den Rest hebe ich auf. Brauch ich schließlich für das Rezept morgen. Nur noch eine, dann aber Tütchen zuklappen und für MORGEN aufheben. Ab einer bestimmten Mandelintüteeinfüllhöhe (beim Wein nennt man das wohl Neige, in der Mathematik Residual) erschien es mir dann ohnehin zwecklos und ich erbarmte mich der letzten 5 knusprigen Zuckergüsse. Also alles auf Anfang, die neu erworbene Tüte wurde unter Bewachung gestellt und dem eigentlich erdachten Zweck zugeführt: Einer Birnen Brown Betty mit gebrannten Mandeln.

Seelenfutter für die Sonntage, in denen man schon frühmorgens die goldenen Blätter am Fenster hinterm Vorhang vorbeihuschen sieht, zaubern wir uns in Form von Crumbles, Crisps, Cobbler oder wie hier Brown Bettys auf den leicht verschlafenen verspäteten Faulenzer-Sonntagmorgenfrühstückstisch.Rezept für Brown Betty mit Birnen und Blaubeeren, gebrannte Mandeln Zuckerzimtundliebe Foodblog Herbst

(Die Brown Betty vor dem Backen) 

All diesen Dessersisters gemein ist das von innen Wärmende, wenn von außen nur noch tief über die Ohren gezogene Mützen und Handschuhe helfen. Allen gemein ist auch, dass sie Früchte enthalten und ziemlich gut schmecken. Zu allen passt Vanilleeis oder leicht geschlagene Sahne tres formidabel. Doch was unterscheidet sie eigentlich voneinander? Hier ein kleines Crumblecrispcobblerbrownbettyseelennahrungs-Lexikon. Zumindest in meinem kleinen Küchenuniversum, ich habe auch keinen Doktortitel in Backdesserts, ich drücke es daher einfach mal so aus, wie es mir schmeckt:

Cobbler: Ein Cobbler ist ein fruchtiges Dessert, auf welches vor dem Backen Sconeähnlicher Teig verteilt wird. Manchmal wird auch Keksteig oder Biskuitteig hierfür verwendet. Während des Backens wird der Teig oben schön knusprig, geht an der Unterseite eine saftige Liaison mit dem köchelnden Fruchtsirup ein.

Crumble: Der Crumble ist ein gebackenes Fruchtdessert, das mit Streuseln garniert wird. Diese bestehen zumeist aus Mehl, Zucker und Butter, manchmal auch Haferflocken. Ich liebe Streusel, hab ich das schon erwähnt? Dass ich wünschte, man könnte Streuselduft in Flakons erwerben? Die Streusel sind zumeist etwas gröber als beim – und da sind wir schon in der nächsten Kategorie:

Crisp: Eigentlich ähnlich wie der Crumble. Aber die hochwissenschaftliche Meinung Dessertfreudiger geht hier auseinander. Unterscheiden einige den Crumble vom Crisp durch das Fehlen von Haferflocken in letzterem, bezeichnen andere wiederum den Crumble als Fruchtdessert mit nicht ganz so groben Streuselchen. Das Dessert ist mit einer feinen Streuselschicht zugedeckt.

Brown Betty: Dieses gebackene Obstdessert war zur Kolonialzeit in den USA ein sehr beliebtes Leckerchen. Hier erfreuen neben dem Obst Schichten süsser, butteriger Brotstreusel die Gaumen. Die durstigen Brotwürfel saugen die blubbernden Fruchtsäfte förmlich auf, so dass sich insgesamt eine sehr saftige, weniger knusprigere Konsistenz ergibt. Ich würde sagen, das ist ein richtig rustikales Dessertding, bodenständig und herzerfüllend.Birnen aufgeschnitten Foodblog Zuckerzimtundliebe Brown Betty

Ich möchte Euch heute deswegen die Brown Betty vorstellen, welche hierzulande sicher weniger bekannt ist als die anderen Dessertoptionen. Birne hat sich in meine Variante geschlichten, Äpfel, Beeren, Pfirsische, Pflaumen und Co können das natürlich gleichtun, Nüsse können ebenfalls hinzugegeben werden.Rezept für Brown Betty mit Birnen und Blaubeeren, gebrannte Mandeln Zuckerzimtundliebe Foodblog Herbst

Birnen Brown Betty mit Blaubeeren und gebrannten Mandeln

7 Scheiben großes Sandwich-Toastbrot, in ca. 1-2cm großen Würfeln
130g Butter, geschmolzen
800g Birne, bissfest, geschält und entkernt, in großen Würfeln oder Scheiben
ca. 50-100g gefrorene Blaubeeren (je nach Gusto)
80g Zucker
1 TL Zimt
1 EL Zitronensaft
2 EL Apfelsaft
120ml Wasser

Optional als Topping:
– leicht geschlagene Sahne und darüber geschneite, gehackte gebrannte Mandeln ODER
– Vanillesauce ODER
– Walnusseis ODERODERODER

1.) Den Ofen auf 175°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine ofenfeste Auflaufform bereithalten, Boden und Seiten etwas mit Butter einfetten.
2.) Die Brotkrumen in eine Rührschüssel füllen und mit der geschmolzenen Butter mischen. 1 EL des Zuckers ebenfalls dazu geben.
3.) Birnenstücke, Blaubeeren, den restlichen Zucker, Zimt und Zitronensaft in einer weiteren Schüssel gut vermischen.
4.) Nun kann es mit der Befüllung der Form losgehen. 1/3 der Brotkrumen auf dem Boden verteilen. Dann die Hälfte der Birnenmischung obenauf geben. Mit einem weiteren Drittel der Brotkrümel bedecken, die zweite Birnenstückladung darauf verteilen und mit einer Schicht der übrigen Brotkrümel toppen.
5.) Apfelsaft und Wasser mischen, dann über dem Dessert verteilen.
6.) Die Form mit einer Alufolie bedeckt in den Ofen geben und ca. 30 Minuten lang backen. Die Folie dann entfernen, die Brown Betty einmal kurz mischen und das ganze dann 15-20 Minuten weiterbacken lassen.
7.) Noch warm frisch aus dem Ofen gefischt genießen. Ich habe es wirklich geschafft, die gebrannten Mandeln nicht vorher zu essen, sondern auf leicht geschlagener Sahne drapiert über die Brown Betty zu geben.

Habt einen wundervollen Herbstsonntag, Ihr lieben!
All the love in the universe,

Jeanny

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Posted In: Dessert, Fruchtiges, Frühstücken, Herbst, Snack, Sonntagssüß, Soulfood, Weihnachten · Tagged: Birne, Blaubeere, Crumble, Dessert, Frühstück, Herbst, mandel

Kommentare

  1. Ines meint

    4. November 2017 um 22:54

    Habe heute diesen Nachtisch gemacht und er hat unseren Sushi-Mädels-Mittag komplett abgerundet. Perfekt und soooo lecker! Ich liebe deine Rezepte und wurde noch nie enttäuscht. Lieben Dank für deine großartige Arbeit und Mühe!!

    Antworten
  2. Nathalie meint

    30. Oktober 2013 um 16:45

    Habe ich schon erwähnt, dass ich deine Rezepte liebe!? (bestimmt…) Ich kannte die Brown Betty bisher auch nicht, aber da ich ein großer Crumble-Fan bin, musste ich das natürlich sofort auch ausprobieren… Wie der Zufall es so wollte, hatte ich in der vergangenen Woche einen Haufen Birnen in meiner Gemüsekiste und Dank dir war klar was damit passiert. Meine Version der Brown Betty habe ich mit Birnen, Äpfeln und Pflaumen gemacht und mir dazu Walnüsse und Mandeln selbst karamellisiert. Der Hammer! Vielen Dank mal wieder. :-)

    Antworten
  3. Tammy meint

    30. Oktober 2013 um 10:10

    Mhh, Mandeln – die muss man doch immer an einem Tag essen, sonst werden die schlecht?! Obwohl ich Cobbler am besten finde, dürfte auch Brown Betty vorbeischauen.

    Antworten
  4. Toettchen meint

    30. Oktober 2013 um 8:53

    so lecker, das steht schon auf meinem Nachkochplan – und zwar ganz oben!

    Antworten
  5. Sabine Milbrandt meint

    29. Oktober 2013 um 21:48

    das klingt sehr lecker! und ich bin sicher, du hast IMMER mandeln und zucker im haus, und wasser sowieso ;-)? das nächste mal machst du dir deine gebrannten mandeln einfach selbst :-), am besten heimlich, dann musst du dich auch nicht schämen ;-), hier ein leckeres rezept, schmeckt auch köstlich mit cashewnüssen…. http://www.brigitte.de/wohnen/selbermachen/weihnachts-bloggerei/gebrannte-mandeln-selbermachen-1107403/

    Antworten
  6. minzgruen meint

    29. Oktober 2013 um 8:36

    Oh. Mein. Gott. Verdammt gut geschrieben, gekocht, fotografiert. Weiter so! :)

    Antworten
  7. Angelika meint

    28. Oktober 2013 um 19:16

    Danke für Deine wunderbare Art zu schreiben. Du scheinst ein Gesamtkunstwerk :-) zu sein. Da kann ich bei Dir, was ich an schön geschriebenen deutschen Blogs so gerne habe, mein Deutsch, das im Ausland ein wenig krankt, immer wieder etwas auffrischen.
    LG
    Angelika

    Antworten
  8. Carlo Crack (@clippermark) meint

    28. Oktober 2013 um 10:49

    Wunderschönes Rezept :)
    Ich mag sehr die Photos auch, mit ihnen herbstlichen Gefühl. Ueber Brown Betty hatte ich niemals gehört, es sieht doch lecker aus.
    Viele Grüße aus Italien, ich habe dein Blog durch bloglovin :)

    Marco von Una cucina per Chiama

    Antworten
  9. Julia meint

    27. Oktober 2013 um 22:30

    Nomnomnom, ein Glück, dass ich heuer die Birne für mich entdeckt habe und jetzt ganz viele Birnen zuhause habe … :D
    Alles Liebe
    Julia
    http://www.juliabake.blogspot.co.at

    Antworten
  10. Manuela meint

    27. Oktober 2013 um 16:13

    Sieht unheimlich lecker aus! Hihi, und das mit den Mandeln kommt mir bekannt vor. Glücklicherweise hat sich mein Mann heute auf den Weg gemacht und mir eine Schachtel leckerste Lindt Pralinen gekauft. Nun…die Hälfte ist mir bereits zum Opfer gefallen. :-)

    Antworten
  11. Johanna meint

    27. Oktober 2013 um 14:18

    Superlecker hört sich das an, liebe Jeanny, das muss ich unbedingt mal machen. Ich laufe im Moment übrigens Gefahr, deine Zellennachbarin im Naschknast zu werden…im Herbst und Winter schmecken Süßigkeiten aber auch einfach doppelt gut, das ist echt fies.
    Genieß den Sonntag, liebste Grüße von Johanna

    Antworten
  12. Mona meint

    27. Oktober 2013 um 13:37

    Liebe Jeanny,
    hhhhmmmm…… und just in diesem Moment bricht die wunderschöne Herbstsonne durch die Wolkendecke!
    Liebste Grüße,
    Mona

    Antworten
  13. Denise meint

    27. Oktober 2013 um 12:39

    Crumble, Crisp, Cobbler – ich kann nur sagen JA!!
    Wie nennt man das Ganze denn, wenn man noch Nüsse mit in den Streuselteig mischt :)?

    Antworten
    • Jeanny meint

      27. Oktober 2013 um 13:39

      Nusscrumble, Nusscrisp und Nusscobbler? :)

      Antworten
  14. Doris meint

    27. Oktober 2013 um 12:26

    Einfach mal Dankeschön für die tollen Rezepte, Deine wunderbare Art zu schreiben und beschreiben. Das macht einfach gute Laune und gibt mir ein Lächeln :)
    Vielen Dank für Deinen Blog und Newsletter!
    Lieben Gruß
    Doris

    Antworten
    • Jeanny meint

      27. Oktober 2013 um 12:31

      Oh herzlichen Dank Dir, liebe Doris. Jetzt kommt doch glatt die Sonne raus bei einem solchen Kompliment.

      Liebe Grüsse,
      Jeanny

      Antworten
  15. kulinarithek meint

    27. Oktober 2013 um 12:10

    Hmmm sieht ja lecker aus! Ich wollte mir schon immer mal die klassische Variante mit Apfel zubereiten, nachdem ich in den letzten Jahren alle möglichen Cobblers und Crumbles ausprobiert und lieben gelernt habe.
    Liebe Grüße und frohes Naschen

    Antworten
  16. elbcuisine meint

    27. Oktober 2013 um 12:06

    Sehr schönes Rezept! Auch die netten Erklärungen von Crumble, Cobbler etc. sehr fein!!! Liebe Grüße, Bianca

    Antworten
  17. Anni meint

    27. Oktober 2013 um 12:05

    Merci für die Crumblerbettycobblereinführung, liebe Jeanny! Das erklärt so einiges! =) allerliebste Draußenwehtsundhieristgemütlichsonntagsgrüße ausser Hood***

    Antworten
  18. Hannah Dompke meint

    27. Oktober 2013 um 11:56

    Das klingt ja göttlich und ich kannte die Variante noch gar nicht und das trotz Auslandssemester in Schottland :) Ich habe gestern auch ein Mandel-Crumble Rezept gepostet..es passt einfach zu gut in den Herbst!

    Antworten
  19. Mia meint

    27. Oktober 2013 um 11:43

    Da hab ich am Sonntagmorgen gleich wieder etwas für mein Küchenwissen getan ;) Ich kannte bisher nur Crumbles und die habe ich schon in diversen Varianten gemacht – alle sehr, sehr lecker! Da muss ich mich doch vielleicht mal nach den anderen Varianten umsehen und herumprobieren, ob die da dran kommen ;) Das Brown Betty klingt jedenfalls toll, und das natürlich nicht nur wegen den gebrannten Mandeln oben drauf… okay vielleicht doch deswegen :D

    Antworten
  20. Julia meint

    27. Oktober 2013 um 11:12

    Vielen Dank für die Dessertnachhilfe Stunde, Jeanny! Ich bekomme gerade grooooßen Appetit:)

    Antworten
  21. icingsugar2 meint

    27. Oktober 2013 um 11:11

    Von Brown Betty hatte ich tatsächlich noch nie gehört, klingt aber mindestens genau so lecker wie Crumble. Das muss ich einfach auch mal ausprobieren, ganz schnell wenn möglich :) Danke fürs zeigen ;)

    Antworten
  22. amy meint

    27. Oktober 2013 um 11:11

    klingt mal wieder extrem köstlich…kulinarisch und literarisch!!! ;-)
    genieße einen entspannten sonntag…
    herzlichst amy

    Antworten
  23. dasBabs (@_dasBabs_) meint

    27. Oktober 2013 um 10:59

    hmmmm klingt das gut :)
    Liebe Grüsse Babs

    Antworten
  24. Antonia meint

    27. Oktober 2013 um 10:46

    Wunderschöne Bilder und wunderbarer Text! Ein richtiges Herbstrezept!
    Aus meiner Backstube gibts heute kleine Kürbis Whoopies mit Marronencreme.

    Antworten
  25. Susanne meint

    27. Oktober 2013 um 10:42

    Liebe Jeanny, Crumbles liebe ich ja schon total, das hier wäre bestimmt auch total meins. Wieder was dazu gelernt. Kommt auf meine Sonntagsliste für den Winter.

    Liebste Grüße und Dir einen ruhigen Sonntag, Susa

    Antworten
  26. Britta meint

    27. Oktober 2013 um 10:41

    Hach, ich liebe ja Deine kleinen Geschichten und Texte zu den Rezepten. Brown Betty habe ich noch nie gehört, aber das klingt wirklich superlecker, richtig herbstlich und wärmend. Lieben Dank!
    Britta

    Antworten

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