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Meetmerano: ein feines Südtiroler Rezept für Zwetschgenknödel und ganz viel Liebe für das Meraner Land (Pressereise)

26. August 2018

Baby, es gibt Schnaps! Ich habe in Südtirol ja schon so einiges erlebt und gesehen, wanderte Berg rauf, rollte Kaiserschmarrn-gefüllt Berg runter, es gab Schneekatzenfahrten, Rodelabenteuer, ich wurde mit Apfelessenzen massiert und schwamm in Thermen. Die Chance, in der Küche eines Ansitzes aus dem 12. Jahrhundert zu stehen und Geschichten übers Schnapsbrennen lauschen zu dürfen und dann auch noch mit Marillenknödeln beglückt zu werden, hatte ich zuvor so noch nie und sagte selbstverständlich: „Ja, ich will„.Zwetschgenknödel Rezept Erdäpfelteig Kartoffelteig Marillenknödel Südtiroler Rezepte Zuckerzimtundliebe Foodblog foodstyling backblog food photography Meetmerano Meraner Land plum dumplings

Meetmerano Berge Meraner Land Aussicht Südtiroltipps Urlaub in den Bergen Bergwiese zuckerzimtundliebeWenn man nun so vor dem Haus eines Brennereigutes steht und klingelt, hat man eventuell schon eine Vorstellung davon, wer hier die Türe öffnen könnte. Schnaps ist ja von jeher ein eher typisch männliches Geschäftssujet, vielleicht also ein großer Kerl mit großen Händen. Und großen Gummistiefeln. Vielleicht auch mit einer großen roten Nase. Umso schöner, dass mich stattdessen eine Frau begrüßte: Christine Schönweger, Südtirols erste und einzige Schnapsbrennerin von der Hofbrennerei Gaudenz.Hofbrennerei Gaudenz Meetmerano Marillenknödel Südtirol Meraner Land Christine Schönwegger reisegeschichte reisetipp zuckerzimtundliebeZwetschgenknödel Rezept Erdäpfelteig Kartoffelteig Marillenknödel Südtiroler Rezepte Zuckerzimtundliebe Foodblog foodstyling backblog food photography Meetmerano Meraner Land plum dumplings

Und Christine Schönweger, meine Lieben, das ist eine Frau, die brennt. She is on fire. Sie brennt beispielsweise 17 Schnäpse, die sie alle selber von Hand abfüllt und etikettiert. Zieht sich auch schon mal Gummistiefel an und schwingt sich selber auf den Trekker, um ihre 2,5 ha Obstgärten zu bewirtschaften.meetmerano gompm alm südtirol meraner landZwetschgenknödel Rezept Erdäpfelteig Kartoffelteig Marillenknödel Südtiroler Rezepte Zuckerzimtundliebe Foodblog foodstyling backblog food photography Meetmerano Meraner Land plum dumplings

Wenn sie darüber redet, wie besonders es ist, den Geschmack des sonnenverwöhnten Südtiroler Obstes in die Flaschen zu bekommen, welch gutes Näschen man dafür haben muß und wie so lange ausgeklügelt wird, bis das Endprodukt passt, spürt man diese ganz besondere Leidenschaft. Die Qualität ihrer Produkte stehe für sie im Vordergrund, verrät sie mir, nicht die Anzahl der resultierenden Flaschen, die somit allesamt kleine Schätze werden und durchnummeriert auch bis November direkt am Ansitz erworben werden können.Huehner Südtirol Meraner Land Meetmerano Südtirol Tipps Zuckerzimtundliebemeetmerano gompm alm südtirol meraner land die schönste alm südtirols

Dabei stammt Christine weder aus einer Schnapsbrennenden Familie und rutschte da quasi genetisch hinein, noch war es vermutlich Inhalt ihrer kühnsten Teenagerträume, diesen Beruf einmal auszuüben.
Sie studierte in Mailand Modedesign und kehrte der Liebe wegen in ihre Heimat nach Südtirol zurück. Denn sie brennt auch für diesen norditalienischen Landstrich. Gummistiefel statt Mode, Apfelhain statt Corso Vitttorio Emanuele in Mailand.Zwetschgenknödel Rezept Marillenknödel aus Kartoffelteig Originalrezept aus Südtirol Meetmerano Meraner Land Süssspeise

Der Stoff, aus dem das ZDF gerne Sonntagabend-Filme dreht, nur eben in echt. Ihr Glück lag in den Obstwiesen, sie packte die Gelegenheit am Schopf und erschuf ein kleines Paradies für sich und Freunde des Hochprozentigen.

Meetmerano Meraner Land

Klar, dass ihr Marillenbrand aus Vinschgauer Marillen dann auch in unseren Marillenknödeln landete. Schwups. Ja, ich backe und koche gerne, aber sehe Menschen, die das unheimlich gut können, auch ebenso gerne zu. Während Christine also Kartoffeln schälte, stampfte, (Marillenschnaps beinahltenden) Teig ausrollte, Marillen entkernte und mit Zuckerwürfeln fütterte, dachte ich kurz glückselig, wieder einmal einen so besonderen Menschen getroffen zu haben. Menschen, die Mut haben, vieles in Kauf zu nehmen und Arbeit zu investieren, um ihrer Leidenschaft zu folgen.

Darauf ein großes Prost und natürlich Christines Rezept für Marillenknödel, in die ich jedoch aufgrund der vielen vollhängenden Zwetschgenbäume mit Zwetschgen füllte. Zwetschgenknödel aus Erdäpfelteig also. Ich hoffe, das geht in Ordnung.

Rezept für Zwetschgenknödel mit Kartoffelteig aus dem Meraner Land

Zutaten (für etwa 8 sehr sättigende Knödel, wenn Ihr mich fragt):

Für den Knödelteig:

400g mehlig kochende Kartoffeln (bitte darauf achten, dass sie mehlig kochend sind, okidoki?)
2 Eigelb (Gr. M)
1 EL Butter, zerlassen
125g Weizenmehl
evtl. ein Schwups Zwetschgen- oder Marillenschnaps
8 Zwetschgen
4 Würfel Zucker, jeweils halbiert

Für die Panade:

ca. 50g Butter
50g Zucker
1 Prise Zimt
75g Semmelbrösel

etwas zerlassene Butter oder Vanillesauce zum Servieren

Zubereitung:

  1. Die Kartoffeln mit Schale in kochendem Wasser gar kochen. Das dauert je nach Größe der Erdäpfel ca. 20 Minuten. Das Wasser dann abgießen und die Kartoffeln pellen. Sofort durch eine Kartoffelpresse (*Amazon Partnerlink) drücken und mit den beiden Eigelben sowie zerlassener Butter vermengen. Dann abkühlen lassen.
  2. Nun das Mehl dazu geben (Christine hat noch etwas Muskat hinzugefügt) und zu einem ausrollbaren Teig verkneten, dabei einen kleinen Schwups Marillen- oder Zwetschgenschnaps beimengen, wer möchte. Ist der Teig noch zu feucht, gerne etwas mehr Mehl einarbeiten.
  3. Eine Unterlage leicht bemehlen und den Teig darauf mithilfe eines Nudelholzes ca. 0,5 cm dick ausrollen. Dann in 8 Quadrate schneiden.
  4. Die Zwetschgen nur so weit einschneiden, bis man den Kern herausholen kann. Die Früchte nun mit je einem halben Zuckerwürfel füllen.
  5. Ein Teigquadrat in die Hand nehmen, eine Frucht in der Mitte platzieren und den Teig drumherum schlagen. Die offene Naht gut mit den Fingern zusammendrücken und das ganze in den Handflächen zu einem Knödel rollen.
  6. Sind alle Zwetschgenknödel gerollt, einen großen Topf Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Je 4 Knödel vorsichtig ins Wasser gleiten lassen und dann für etwa 10 Minuten lang köcheln (nicht mehr dolle kochen) lassen.
  7. Unterdessen für die Panade Butter in einer Pfanne zerlassen. Zucker, Zimt und Semmelbrösel dazu geben und gut verrühren.
  8. Die Knödel mit einem Schöpflöffel aus dem Wasser holen, leicht abtropfen lassen und direkt in der Panade wälzen.
  9. Christine hat mir die Knödel mit noch mehr zerlassener Butter serviert (so lecker!), heute habe ich hier zu den Zwetschgenknödeln jedoch Vanillesauce kredenzt.

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Habt einen feinen Tag, vielleicht mit ein wenig Fernweh nach Südtirol und Tagträumerei! Wer Christine in der Hofbrennerei einen Besuch abstatten und mal nippen und das kostbare Gut erwerben möchte: klar gibt es dort auch Führungen mit Verkostungen.

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Hier das Original Marillenknödel- alias Zwetschgenknödelrezept aus Kartoffelteig noch mal zum Ausdrucken:

Original Südtiroler Rezept für Marillenknödel oder Zwetschgenknödel aus Kartoffelteig

Ein leckeres Zwetschgenknödel Rezept aus dem Meraner Land Südtirol Meetmerano Marillenknödel aus Kartoffelteig Hofbrennerei Gaudenz www.zuckerzimtundliebe.de Foodblog Rezepte aus den Bergen

Zutaten
für den Knödelteig:
  • 400 g mehlig kochende Kartoffeln
  • 2 Eigelb (Gr. M)
  • 1 EL zerlassene Butter
  • 125 g Weizenmehl
  • evtl. 1 Schluck Zwetschgen- oder Marillenschnappes
  • 8 reife aber nicht zu weiche Zwetschgen
  • 4 Würfel Zucker, jeweils halbiert
Für die Brösel:
  • ca. 50 g Butter
  • 50 g Zucker
  • 1 Prise Zimt
  • 75 g Semmelbrösel
  • etwas zerlassene Butter oder Vanillesauce zum Servieren
Zubereitung
  1. Die Kartoffeln mit Schale in kochendem Wasser gar kochen. Das dauert je nach Größe der Erdäpfel ca. 20 Minuten. Das Wasser dann abgießen und die Kartoffeln pellen. Sofort durch eine Kartoffelpresse drücken und mit den beiden Eigelben sowie zerlassener Butter vermengen. Dann abkühlen lassen.

  2. Nun das Mehl dazu geben (Christine hat noch etwas Muskat hinzugefügt) und zu einem ausrollbaren Teig verkneten, dabei einen kleinen Schwups Marillen- oder Zwetschgenschnaps beimengen, wer möchte. Ist der Teig noch zu feucht, gerne etwas mehr Mehl einarbeiten.

  3. Eine Unterlage leicht bemehlen und den Teig darauf mithilfe eines Nudelholzes ca. 0,5 cm dick ausrollen. Dann in 8 Quadrate schneiden.

  4. Die Zwetschgen nur so weit einschneiden, bis man den Kern herausholen kann. Die Früchte nun mit je einem halben Zuckerwürfel füllen.

  5. Ein Teigquadrat in die Hand nehmen, eine Frucht in der Mitte platzieren und den Teig drumherum schlagen. Die offene Naht gut mit den Fingern zusammendrücken und das ganze in den Handflächen zu einem Knödel rollen.

  6. Sind alle Zwetschgenknödel gerollt, einen großen Topf Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Je 4 Knödel vorsichtig ins Wasser gleiten lassen und dann für etwa 10 Minuten lang köcheln (nicht mehr dolle kochen) lassen.

  7. Unterdessen für die Panade Butter in einer Pfanne zerlassen. Zucker, Zimt und Semmelbrösel dazu geben und gut verrühren.

  8. Die Knödel mit einem Schöpflöffel aus dem Wasser holen, leicht abtropfen lassen und direkt in der Panade wälzen.

  9. Christine hat mir die Knödel mit noch mehr zerlassener Butter serviert (so lecker!), heute habe ich hier zu den Zwetschgenknödeln jedoch Vanillesauce kredenzt.

Liebst

Jeanny

Mille grazie an das Meraner Land und die RSA Herzen für diese Reise – wieder einmal. Ich werde nie aufhören, in dieser Region zu staunen. Ganz schön froh bin ich na klar auch über die tollen Menschen, die mit mir auf so eine Reise gehen. Die ich alle so sehr ins kleene Jeannyherzchen geschlossen habe, dass ich ohne mit der Wimper zu zucken genau mit dieser Crew von jetzt auf gleich mein Köfferchen packen und zurück fahren würde. Vielleicht könnten wir auch direkt ins Meraner Land ziehen, jetzt mal im ernst. Every day Knödel! Io tornerò presto, va bene?

 

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3 Kommentare

  • Antworten Liss 19. September 2018 at 14:38

    Das sieht toll aus und dann noch ein Rezept aus meinem Lieblingsurlaubsziel :) Danke für das Teilen und in diesem Sinne ganz liebe Grüße an meine Freunde.

  • Antworten Jana / Schwesternduett 27. August 2018 at 19:55

    Oh die sehen ja köstlich aus! Ich habe noch nie solche süßen Knödel gegessen, aber wenn ich deine Bilder so sehe, bekomme ich da richtig Lust drauf! Ich denke, die muss ich also zeitnah mal ausprobieren…

  • Antworten Annabell 26. August 2018 at 13:01

    Hach, deine Berichte über Südtirol sind jedes Mal wieder interessant und ich bekomme den Impuls, sofort dort hin zu wollen. Dort scheint einfach alles perfekt zu sein, das Essen, die Natur und die bodenständigen Menschen. Marillenknödel ist eine meiner absoluten Lieblingsspeise, obwohl der Pflaumen Kuchen mit Zimt-Anisstreussel, den ich gerade aus dem Ofen geholt habe, auch ganz fantastisch riecht, und hoffentlich auch schmeckt. Lg und einen schönen Sonntag

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