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Rezept für Engadiner Nusstorte – ein Kuchenklassiker mit Walnüssen im Herbst

5. Oktober 2019

Heute gibt es hier ein Rezept für eine Schweizer Nusstorte, die zu einer Art schweizerischem Kulturgut wurde: die Engadiner Torte oder auch Bündner Nusstorte genannt. Denn Herbstzeit ist schließlich nicht nur Apfel-, Birnen-, Suppen- und Kürbiszeit, sondern jetzt geht es an die Nüsse. Nüffe, wie man so schön sagt.Engadiner bündner nusstorte rezept nusskuchen herbstrezept walnut pie walnuss backen backrezept zuckerzimtundliebe food styling swiss cake swiss recipes food photography

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Ich war bei meinen Recherchen etwas überrascht, dass dieser Walnusskaramell gefüllte Kuchen, der übrigens dem amerikanischen Pecan Pie sehr ähnelt, noch so jung ist und nicht wie zunächst vermutet ein Urgestein der Schweizer Bäckerskunst darstellt. Nach Toulouse ausgewanderte Engadiner Konditoren boten sie erstmals an und zurück im Engadin wurde sie dann ab 1926 als Pulttorte vertrieben.

Lobend erwähnt wird übrigens häufig insbesondere die Haltbarkeit der Bündner Nusstorte. Denn es nicht nur so, dass sie eigentlich am Tag nach dem Backen und ein paar Stunden Nachziehen erst ihren vollen Geschmack entfaltet, angeblich soll man sie auch bis zu zwei Monate lang aufbewahren können. Halleluja. Wer bitte schön hält es so lange überhaupt aus? Wie machen Menschen das? Ich werde es wohl nie erfahren.Engadiner bündner nusstorte rezept nusskuchen herbstrezept walnut pie walnuss backen backrezept zuckerzimtundliebe food styling swiss cake swiss recipes food photography

Klassisch wird für das Rezept ein Mürbeteig hergestellt, der sowohl zum Tarteboden als auch Tortendeckel wird. Dazwischen befindet sich eine Karamellmasse mit gehackten Walnüssen, zudem je nach Rezept mit oder ohne Honig. Oft findet man im Teigdeckel ein eingeritztes Muster oder als Dekoration Walnusshälften obenauf. Ich habe den Teigdeckel aus vielen kleinen ausgestochenen Teigkreisen kreiert, was nicht sehr traditionell ist und Schweizer Kenner werden jetzt vielleicht mit dem Kopf schütteln. Ich finde einfach, es sieht nett aus und durch die vielen Lücken kann die Hitze perfekt entweichen.Engadiner bündner nusstorte rezept nusskuchen herbstrezept walnut pie walnuss backen backrezept zuckerzimtundliebe food styling swiss cake swiss recipes food photography

Lasst Euch bitte nicht von der Vielzahl der Zubereitungsschritte abschrecken. Dieser nussige Kuchen ist einfacher selber zu backen, als es zunächst erscheinen mag. Wichtig ist nur:

  • den Teig immer schön kühl zu halten, vor allem die Butter sollte sehr sehr kalt sein.
  • beim Karamell nicht ungeduldig zu werden und: nicht zu rühren. Man braucht etwas Geduld, bis sich die Zuckerkristalle lösen.

Aber nicht lang schnacken, hier das Rezept:

Rezept für Engadiner Nusstorte – swiss walnut pie recipe

Zutaten:

Für den Mürbeteig:

300g Mehl
125g Zucker
1 Prise Salz
175g sehr sehr kalte Butter in Würfeln
1 Ei (Gr. M), verquirlt
ca. 1-2 EL eiskaltes Wasser

Für die Walnuss-Füllung:

300g Walnusshälften
250g feinkörniger Zucker
3 EL Wasser
200g Schlagsahne
3 EL Honig

außerdem:

1 Eigelb, verquirlt mit etwas Milch
Puderzucker

Zubereitung:

  1. Zunächst den Mürbeteig für die Nusstarte zubereiten. Hierfür Mehl, Zucker und Salz in eine Rührschüssel geben. Wer einen sogenannten Food Processor * (Amazon Partnerlink) hat (der diese Art Teig übrigens in sekundenschnelle bearbeitet), kann alles direkt in die Schüssel des Gerätes geben. Die sehr kalte Butter in Würfeln dazu geben. Die Butter mit den Schneidemessern des Processors, mit einem Teigmischer oder den Händen sehr rasch ins Mehl einarbeiten, bis nur noch erbsengroße Butterstücke zu sehen sind. Dann das Ei hinzufügen. Ist der Teig noch zu trocken, kann man 1-2 Esslöffel sehr sehr kaltes Wasser beimischen, jedoch nicht allzu viel.
  2. Den Teig zu einer Kugel rollen, dann zu einem flachen Ziegel formen und in zwei Stücke teilen: einmal 2/3 des Teiges für den Boden und Rand, 1/3 für den Deckel obenauf. Gut abgedeckt ca. eine halbe Stunde lang im Kühlschrank lagern.
  3. Eine 24cm Springform * mit herausnehmbarem Boden oder eine hohe Tarteform* mit herausnehmbarem Boden (und mindestens 4cm hohem Rand) zurecht legen.
  4. Das größere Teigstück aus dem Kühlschrank holen und zwischen zwei Backpapierbögen oder auf leicht bemehlter Unterlage mit einem Nudelholz kreisrund ausrollen mit ca. 30cm Durchmesser. Den Teig dann vorsichtig zentriert in die Form gleiten lassen. Die Ränder nur leicht andrücken. Der Boden und ein Rand rundherum sollen die Walnussmasse später beherbergen. Die Form samt hineingelegtem Teig in den Kühlschrank legen. Wer gar genug Platz im Tiefkühler hat: umso besser.
  5. Den zweiten Teig aus dem Kühlschrank holen und auf leicht bemehltem Backpapier kreisrund recht dünn ausrollen. Dann samt Backpapier ebenfalls in den Kühlschrank geben, bis die Füllung vorbereitet ist.
  6. Den Backofen auf 175°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  7. Für die Füllung Walnüsse grob hacken. Zucker und Wasser in einen Topf geben und zum Köcheln bringen. Dabei NICHT umrühren, nur ab und an schwenken. Der Zucker soll sich auflösen und dann alles so lange bei mittlerer Temperatur köcheln, bis der Zucker gülden braun karamellisiert und alle Kristalle aufgelöst sind. Bitte auf keinen Fall rühren, dies ergibt Klumpen, die sich nicht auflösen, bevor der nicht klumpige Karamellrest schon fast verbrennt. Es kann sein, dass man hier etwas Geduld benötigt. Aber keine Bange, irgendwann von jetzt auf gleich verwandelt sich die Zuckermasse in golden fliessendes Karamellglück.
  8. Die gehackten Walnüsse hinzufügen und rasch einmischen. Dann mit der Sahne ablöschen, woraufhin – und ja, das soll so – das Karamell in Schockstarre verfällt und kurzzeitig wieder fest wird. So lange unter Rühren weiterköcheln lassen, bis sich das Karamell wieder in Wohlgefallen aufgelöst hat. Dann ca. 10 Minuten (noch immer bei mittlerer Temperatur) einkochen lassen, dabei immer wieder umrühren. Zuletzt den Honig einrühren.
  9. Die Nuss-Karamell-Masse nun auf den Tarteboden gießen und sofort glatt streichen, denn sie wird sehr schnell fest und lässt sich dann nicht mehr gut gleichmässig verteilen.
  10. Nun entweder aus dem restlichen Teig Kreise ausstechen (übrigen Teig immer wieder neu zusammen nehmen, ausrollen und weiter ausstechen) und im Maurerstil auf das Walnusskaramell legen oder aber als ganzen Deckel auf der Tarte platzieren. In letzterem Fall sollte man den oberen Teig einmal am Rand rundherum festdrücken, dann mit einem Zahnstocher mehrmals einpieksen, damit die Hitze entweichen kann. Bei der Ausstechmethode ist dies nicht notwendig.
  11. Den Deckel mit dem verquirlten Eigelb bestreichen. Die Tarte für 30 Minuten bei 175° C Ober- und Unterhitze auf mittlerer Einschubleiste backen (am besten noch eine Lage Backpapier unter die Form legen, falls etwas Karamell aus- oder überläuft), dann auf 150°C herunter schalten und 15 Minuten lang weiter backen. Sollte sie unterwegs zu stark bräunen, einfach etwas Backpapier oder Folie darüber legen.
  12. Aus dem Ofen holen und vollständig abkühlen lassen. Man sollte die Engandiner Nusstarte am besten mindestens 12 Stunden lang durchziehen lassen. Sie altert ganz fabelhaft.
  13. Vor dem Servieren eventuell mit Puderzucker bestäuben und/oder mit einem Klecks Sahne genießen. Wer dazu Eis mag: ich halte Euch nicht auf.

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Rezept für Engadiner Nusstorte oder Bündner Nusstorte
Vorbereitungszeit
1 Std.
Zubereitungszeit
1 Std.
 
Gericht: Gebäck, Kuchen, Pie, Tarte, Torte
Länder & Regionen: Schweiz
Keyword: Backen, Backen mit Nüssen, Backrezept, Engadiner Nusstorte, Herbstkuchen, Herbstrezept, Karamell Kuchen, Kekse Mürbeteig, swiss recipes, Swiss walnut pie, Walnuss Pie, Walnuss Tarte
Portionen: 12 Stücke
Kalorien pro Portion: 574 kcal
Zutaten
Für den Mürbeteig
  • 300 g Mehl
  • 125 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 175 g sehr kalte Butter in Würfeln
  • 1 Ei (Gr M) verquirlt
  • evtl. ca. 1-2 EL eiskaltes Wasser
Für die Walnuss Füllung
  • 300 g Walnusshälften
  • 250 g feinkörniger Zucker
  • 3 EL Wasser
  • 200 g Schlagsahne
  • 3 EL Honig
außerdem
  • 1 Eigelb (Gr. M), verquirlt mit etwas Milch
  • Puderzucker
Zubereitung
  1. Zunächst den Mürbeteig für die Nusstarte zubereiten. Hierfür Mehl, Zucker und Salz in eine Rührschüssel geben. Wer einen sogenannten Food Processor hat (der diese Art Teig übrigens in sekundenschnelle bearbeitet), kann alles direkt in die Schüssel des Gerätes geben. Die sehr kalte Butter in Würfeln dazu geben. Die Butter mit den Schneidemessern des Processors, mit einem Teigmischer oder den Händen sehr rasch ins Mehl einarbeiten, bis nur noch erbsengroße Butterstücke zu sehen sind. Dann das Ei hinzufügen. Ist der Teig noch zu trocken, kann man 1-2 Esslöffel sehr sehr kaltes Wasser beimischen, jedoch nicht allzu viel.

  2. Den Teig zu einer Kugel rollen, dann zu einem flachen Ziegel formen und in zwei Stücke teilen: einmal 2/3 des Teiges für den Boden und Rand, 1/3 für den Deckel obenauf. Gut abgedeckt ca. eine halbe Stunde lang im Kühlschrank lagern.

  3. Eine 24cm Springform mit herausnehmbarem Boden oder eine hohe Tarteform mit herausnehmbarem Boden und mindestens 4cm hohem Rand zurecht legen.

  4. Das größere Teigstück aus dem Kühlschrank holen und zwischen zwei Backpapierbögen oder auf leicht bemehlter Unterlage mit einem Nudelholz kreisrund ausrollen mit ca. 30cm Durchmesser. Den Teig dann vorsichtig zentriert in die Form gleiten lassen. Die Ränder nur leicht andrücken. Der Boden und ein Rand rundherum sollen die Walnussmasse später beherbergen. Die Form samt hineingelegtem Teig in den Kühlschrank legen. Wer gar genug Platz im Tiefkühler hat: umso besser.

  5. Den zweiten Teig aus dem Kühlschrank holen und auf leicht bemehltem Backpapier kreisrund recht dünn ausrollen. Dann samt Backpapier ebenfalls in den Kühlschrank geben, bis die Füllung vorbereitet ist.

  6. Den Backofen auf 175°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

  7. Für die Füllung Walnüsse grob hacken. Zucker und Wasser in einen Topf geben und zum Köcheln bringen. Dabei NICHT umrühren, nur ab und an schwenken. Der Zucker soll sich auflösen und dann alles so lange bei mittlerer Temperatur köcheln, bis der Zucker gülden braun karamellisiert und alle Kristalle aufgelöst sind. Bitte auf keinen Fall rühren, dies ergibt Klumpen, die sich nicht auflösen, bevor der nicht klumpige Karamellrest schon fast verbrennt. Es kann sein, dass man hier etwas Geduld benötigt. Aber keine Bange, irgendwann von jetzt auf gleich verwandelt sich die Zuckermasse in golden fliessendes Karamellglück.

  8. Die gehackten Walnüsse hinzufügen und rasch einmischen. Dann mit der Sahne ablöschen, woraufhin - und ja, das soll so - das Karamell in Schockstarre verfällt und kurzzeitig wieder fest wird. So lange unter Rühren weiterköcheln lassen, bis sich das Karamell wieder in Wohlgefallen aufgelöst hat. Dann ca. 10 Minuten (noch immer bei mittlerer Temperatur) einkochen lassen, dabei immer wieder umrühren. Zuletzt den Honig einrühren.

  9. Die Nuss-Karamell-Masse nun auf den Tarteboden gießen und sofort glatt streichen, denn sie wird sehr schnell fest und lässt sich dann nicht mehr gut gleichmässig verteilen.Nun entweder aus dem restlichen Teig Kreise ausstechen und im Maurerstil auf das Walnusskaramell legen oder aber als ganzer Deckel auf der Tarte platzieren. In letzterem Fall sollte man den oberen Teig einmal am Rand rundherum festdrücken, dann mit einem Zahnstocher mehrmals einpieksen, damit die Hitze entweichen kann. Bei der Kreismthode ist dies nicht notwendig.

  10. Den Deckel mit dem verquirlten Eigelb bestreichen. Die Tarte für 30 Minuten bei 175° C Ober- und Unterhitze auf mittlerer Einschubleiste backen (am besten noch eine Lage Backpapier unter die Form legen, falls etwas Karamell aus- oder überläuft), dann auf 150°C herunter schalten und 15 Minuten lang weiter backen. Sollte sie unterwegs zu stark bräunen, einfach etwas Backpapier oder Folie darüber legen.

  11. Aus dem Ofen holen und vollständig abkühlen lassen. Man sollte die Engandiner Nusstarte am besten mindestens 12 Stunden lang durchziehen lassen. Sie altert ganz fabelhaft.

  12. Vor dem Servieren eventuell mit Puderzucker bestäuben und/oder mit einem Klecks Sahne genießen. Wer dazu Eis mag: ich halte Euch nicht auf.

Habt einen wundervollen leckeren Tag Ihr lieben

Eure Jeanny

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2 Kommentare

  • Antworten Goji Cream 8. Oktober 2019 at 12:10

    Ich finde es einfach toll, wie schön dein Blog ist! Auch dieser Kuchen muss lecker sein

  • Antworten Masha 6. Oktober 2019 at 13:26

    Dieser Kuchen sieht so yummie aus!
    Als Schweizerin mit einer Vorliebe für die Bündner Nusstorte komme ich einfach nicht umhin, diesen ganz bald nachzubacken. Danke für das tolle Rezept und die Idee.

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